Arbeiten in Brasilien
Anhaltend gute Konjuktur, steigende Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften, innenpolitische Stabilität und strahlend schönes Wetter das ganze Jahr hindurch - gute Gründe sich für eine Beschäftigung in Brasilien zu interessieren gibt es genug. Mitte 2011 erhielten 26500 Ausländer eine Arbeitsgenehmigung in Brasilien, rund 20% mehr als im Vorjahr, die Zahl der Interessenten war sogar um 34% gestiegen. Die meisten ausländischen Arbeitskräfte in Brasilien stammen aus Portugal, Spanien und den USA. Daneben interessieren sich laut brasilianischen Jobvermittlern aber auch merklich mehr Franzosen, Italiener, Briten und Deutsche für einen Arbeitsplatz an der Sonne.
Die brasilianische Wirtschaft begrüsst diese Entwicklung, denn das rasante Wachstum und der damit einhergehende Ausbau der Infrastruktur schaffen Bedarf nach qualifiziertem Personal. Besonders begehrt sind neben Ingenieuren, Technikern und IT Experten auch Fachkräfte für internationale Finanzen. Die Bezahlung ist gut, die Stimmung locker, und die Lebensqualität - und wer eine Stellung findet ist zumeist sehr zufrieden. Brasilianische Medien berichten stolz über ausländische Führungskräfte, die das neue Brasilien im Rahmen einer Entsendung kennenlernen und sich bis vor Ablauf ihrer Tätigkeit so gut einleben dass sie nicht mehr willens sind, das Land zu verlassen.
Die zuverlässigten Garanten für einen reibungslosen Einstieg ins brasilianische Wirtschaftwunder sind eine anfängliche Entsendung durch eine ausländische Firma oder eine gezielte Vermittlung durch eine international tätige Agentur. Daneben entstehen vor allem im Dienstleistungssektor zur Zeit dank des gestiegenen Qualitätsbewusstseins der brasilianischen Verbraucher viele Möglichkeiten für Menschen mit Eingeninitative und kreativen Ideen. Die Vorlage eines Geschäftsplans und eine Investition von 150.000 Real Stammkapital ermöglichen die Austellung einer permanente Aufenthaltsgenehmigung und einer Arbeitsgenehmigung. Wer dagegen ohne Startkapital oder passenden berufliche Qualifikation in Brasilien Fuss fassen möchte, wird es merklich schwerer haben, denn die Zahl der Arbeitskräfte ohne Abschluss ist in Brasilien hoch und das Lohngefälle enorm. Sich hier durchzusetzen ist zwar nicht unmöglich, erfordert jedoch zumindest ausgezeichente Sprach- und Kulturkenntnisse.
Leicht getrübt wird diese positive Situation durch ein komplexes steuerliches Regelwerk. Dies gilt vor allem für angehende Expats aus Deutschland und der Schweiz, denn zur Zeit (Januar 2011) unterhält keines der beiden Länder Brasilien ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Brasilien. Behält man während siener Tätigkeit seinen Wohnsitz im Heimatland bei, wird man in beiden Ländern für sein gesamtes Einkommen steuerpflichtig. Neben einem endlosen Papierkireg hat dies in aller Regel auch eine Erhöhung der Abgabenlast zu Folge, weswegen es sich empfiehlt, für die Zeit der Tätigkeit in Brasilien den Wohnsitz Schweiz bzw. Deutschland aufzugeben. Österreicher sind zur Zeit besser gestellt, denn hier vermeiden entsprechende Abkommen eine Erhöhung der Steuerlast bei einer Tätigkeit in Brasilien.